Klingenpfad

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Wegzeichen Klingenpfad

Klingenpfad
Solingen
(Remscheid, Wermelskirchen, Langenfeld, Haan)
Rund um das gesamte Stadtgebiet

Höhenprofil Klingenpfad
Weglänge ca. 69,9 km
Steigung 2289 Höhenmeter
Steigungsquotient 32,7 Höhenmeter pro km
KMZ-Datei Datei:Klingenpfad.kmz
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Jörg Mortsiefer,
Bergische Rundwege - Wuppertaler Rundweg, Remscheider Röntgenweg, Solinger Klingenpfad,
ca. 128 Seiten, Klappenbroschur, durchgängig 4-farbig mit zahlreichen Karten und Fotos, Droste Verlag, ISBN 978-3-7700-1425-5

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Der Klingenpfad umläuft auf einer Länge von 69,9 Kilometern das gesamte Stadtgebiet Solingens. Der Weg wird aufgrund der weltweit gerühmten Solinger Schneidwarenindustrie Klingenpfad genannt. Dieser Wanderweg ist mit dem Wanderzeichen markiert.

Natürlich ist dieser Wanderweg nur von den Wenigstens an einem Tag zu bewältigen. Man kann aber jedes beliebiges Teilstück schnell per Bus oder Auto erreichen und es im oder entgegen dem Uhrzeigersinn erwandern. Darüber hinaus ist er auch in offizielle Abschnitte unterteilt, deren Endpunkte in der Regel per ÖPNV leicht erreicht werden können. Diese Abschnitte werden hier vorgestellt.

Die Stadt Solingen hat in Laufe der Zeit mehrfach Informationsbroschüren herausgeben, in denen der Klingenpfad beschrieben wird.

Geschichte

Fast alle Informationsschriften über den Klingenpfad beginnen mit der Entstehung dieses Wanderweges. Darin heißt es unisono: "In den Jahren 1933 bis 1935 wurde der Weg von Erwerbslosen geschaffen".

Ob die "Erwerblosen" mit frohen Herzens freiwillig an dieser Arbeitsbeschaffungsmaßnahme mitwirkten oder es sich um eine frühe Zwangsmaßnahme der nationalsozialistischen Machthaber handelte, wird nirgendwo dabei erläutert. Ebensowenig wird klar, wieviele "Erwerblose" daran teilnahmen und unter welcher Federführung das Ganze stattfand. Ein kurzes Stück von der Müngstener Brücke entfernt, steht in Richtung Burg am Wegesrand einer der beiden Gedenksteine des Klingenpfads. Eine Bronzeplatte ist in einem Schleif- oder Mühlstein eingelassen. Auf der Bronzeplatte befindet sich eine Inschrift, die an diesen Vorgang erinnert (siehe Bild).

Stichwort Erwerbslose

Klingenpfad
I.d. Jahren 1933-34-35 durch Wohlfahrtsunterstützte
erbaut in 60 km Länge rund um Solingen

Der Du sorglos gehest und fröhlich den Weg, O Wandrer,
trinkenden Auges der Schönheiten, tausend im Tal,
wisse, in Mühe und Plag schufen ihn arbeitsheischende Hände,
derer, die das Schicksal geschlagen erwerbslos

Tatsächlich nahm die Arbeitslosigkeit im Winter 1932/33 dramatische Ausmaße an. Im Januar 1933 meldeten sich 6,014 Mio. Frauen und Männer erwerbslos. Die Ursache lag neben den noch bis dato andauernden wirtschaftlichen Folgen des verlorenen ersten Weltkriegs (Versailler Vertrag, Währungszusammenbruch 1923, Besetzung des bedeutendsten deutschen Wirtschaftzentrum Ruhrgebiet) vor allen in der ersten großen Weltwirtschaftskrise der Jahre 1929/30, die das kleine Pflänzchen der langsam aufstrebenden Wirtschaft, soweit die Rahmenbedingungen es zuließen, wieder vernichtete.

Die Regierung der Weimarer Republik unter den Kanzlern Von Papen und Schleicher versuchte schon Anfang der 1930er Jahre durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eine Wende der depressiven Volksstimmung herbeizuführen, allerdings mit sehr mageren Erfolg. Diese soziale Spannung bereitete unter anderem den Nährboden für die nationalsozialistische Propaganda.

Die Machtergreifung Adolf Hitlers am 30. Januar 1933 brachte die unselige nationalsozialistische Ideologie als Staatsziel zum Tragen. Die Wirtschaft wurde umgehend auf die Ziele einer Kriegsführung ausgerichtet, die Beschäftigungsmaßnahmen wurden massiv verstärkt. (Der Autobahnbau, entgegen der Volksmeinung aber von militärisch eher untergeordneten Nutzen, war dabei die größte und bekannteste dieser Maßnahmen.)

Diese vollkommen auf Kredit finanzierte Beschäftigungspolitik schaffte im Zusammenspiel mit der sich erholenden Weltwirtschaft wieder soziale Ruhe und eine breite Unterstützung des faschistischen Systems. Dabei wurde später auch darauf geachtet, daß die Maßnahmen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze mit dem Aufbau einer militärischen Infrastruktur verbunden wurden.

Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurden in drei Phasen verwirklicht, von denen die dritte den Übergang in eine reine Kriegswirtschaft darstellte (ab 1938). Die Erschaffung des Klingenpfads fiel aber noch in die erste Phase (Bis 1934/35), wo es zunächst wirklich vorrangig um die Schaffung neuer Arbeitsplätze ging. Ab 1935 war die Arbeitslosigkeit um die Hälfte abgebaut und der erste Facharbeitermangel kam auf. Der Umstieg auf die Phase zwei, Priorisierung der Rüstungswirtschaft, schloss sich an.

Die Grundlage des Klingenpfads lag wie beim Wuppertaler Rundweg und dem Remscheider Röntgenweg in der Übernahme des Bergischen Lands durch den Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV). Mit der Schaffung des Rundwegs um Solingen herum, ausgearbeitet von dem SGV, initiiert und realisiert durch den Solinger Verkehrsverein und der Stadt, wurden die erst wenige Jahre zuvor (1929) in Solingen eingemeindeten Orte Gräfrath, Ohligs, Aufderhöhe, Höhscheid und Wald symbolisch mit Solingen zu einer Einheit zusammengefasst.

In teilweise schwülstiger "Blut und Boden Romantik" wird das Werk im "Stil der Zeit" 1939 in Form einer Propagandabroschüre angepriesen.

»Mich schuf Solingen« — diese drei stolzen Worte auf den Klingen der Schwerter und Degen trugen vor Jahrhunderten schon den Namen der Klingenstadt in die Welt und wurden zu Ruf und Ruhm einer edlen Handwerkskunst. In ihrem Zeichen ist Solingen aus vielen Ortschaften und Hofstätten allmählich zusammengewachsen, eine Großstadt, berufen und gewillt, das Erbe der Väter mit unermüdlichem Fleiß zu mehren und des erworbenen Namens würdig zu bleiben. Industrielle Werke von ragender Größe künden das Ringen um Leistung und Erfolg. Aber vor Rauch und Ruß ist Solingen bewahrt geblieben. Die Spuren der Arbeit führen in die zahlreichen Bachtäler, und inmitten der Wiesen und Wälder finden wir die alten Schleifkotten und Hammerwerke.
Ihr rastloses Räderwerk wird noch, heute oft von der Kraft des Wassers getrieben. Seilen verträgt sich die Industrie so gut mit der Natur wie in der Solinger Flur. Das Lied der singenden, klingenden Berge ertönt bei der Arbeit und im Feierabend. Wer um der Hände Schaffenslust weiß, kennt auch den Segen einer frohen Ausspannung. So ist in den Solinger Hof schaffen die Sauberkeit und mit der Liebe zu fröhlich bunten Gärten die Achtung vor der Natur daheim. Nicht nur in Rüden-Friedrichstal, dem ersten Musterdorf des Gaues, beweisen die schwarz-weiß-grünen Häuser und die gepflegten Anwesen, wie innig sich die Bewohner ihrer schönen Heimat verwachsen fühlen. Mundart und Sitten künden noch von echter bergischer Art.
Die Bilder hier laden nur ein; sie können nicht erschöpfend erzählen, wie schön das Solinger Land in seiner Gesamtheit ist. Das muß erwandert werden. Wer einmal die waldigen Täler, die stille Heide, die Wiesen und fruchtbaren Breiten durchschritten oder von einer Höhe des Klingenpfades über die Burgen hinweg weit in das Land geschaut wer die verschwiegene Talsperre, das Leben und Treiben in den fünf lustigen Freibädern gesehen hat findet Erholung und Freude, nimmt frischen Mut in seinen Alltag mit. Und hält er, in behaglichen Gaststätten von der Güte und den Überraschungen eines echt bergischen Kaffees erquickt, nach froher Wanderung oder geselligem Ausflug in der Stadt Einkehr, erfährt er von den alten Häusern, vom Goebelsbau zum Beispiel mit seinen festlichen Maßen, aber auch von so mancher kunstvollen Haustür muten im engen, altehrwürdigen Stadtkern, erfährt er von allen den Dingen, die im Waffen- und Industriemuseum der Fachschule oder im Ittertaler Heimatmuseum ausgestellt sind, was Solingen groß gemacht hat: eine wohl verstandene und erfüllte Pflicht.
Und wer die Sprache der Stadt und das Lied ihrer Landschaft einmal vernommen, wird nie aus ihrem Bann kommen und immer wieder als liebwertes Ziel seiner Ausflüge und Wanderungen wählen;Solingen, die Stadt in der schönen bergischen Landschaft

Der Klingenpfad und die Erwerbslosen, Teil 2

Zum 50jährigen Jubiläum wurde der Klingenpfad, der die eine oder andere Renovierung benötigte, von der Stadt Solingen und dem Verschönerungsverein Solingen, sowie von vielen anderen Vereinigungen und Organisationen wieder instand gesetzt. An der Instandsetzung nahmen auch diesmal zahlreiche Erwerbslose teil...

60 Kilometer Länge und Der Verlauf der Klingenpfads bis 1975 im Vergleich zu heute

Alle heutigen Beschreibungen des Klingenpfad geben die Länge grob mit 75 km an. Auf den Gedenksteinen ist aber die Längenangabe von 60 km in Bronze gegossen. Wie kommt diese Diskrepanz zustande?

Das 1067 erstmals urkundlich erwähnte Solingen wurde erst 1896 kreisfreie Stadt, als es mit den beigefügten Dorp aus dem Landkreis Solingen ausschied. Aus diesem Landkreis Solingen wurden ein paar Jahrzehnte später 1929 die Gemeinden und Städte Gräfrath, Höhscheid, Ohligs und Wald ebenfalls ausgegliedert und in die kreisfreie Stadt Solingen eingemeindet, die damit zur Großstadt heranwuchs.

Der Landkreis Solingen vereinte sich gleichzeitig mit dem Landkreis Lennep zum Landkreis Solingen-Lennep, der bald darauf in Rhein-Wupper-Kreis umbenannt wurde. Der Rhein-Wupper-Kreis wurde mit der Kommunalreform 1975 schließlich aufgelöst und die kreisangehörigen Gemeinden und Städte wurden dabei auf umliegende Kreise und Städte verteilt. So kam die Gemeinde Burg an der Wupper zu Solingen. So sehr sich die Burger auch gegen die Eingemeindung gewehrt haben sollen, mit der Erweiterung des Klingenpfads um Burg herum, vereinnahmte Solingen den neuen Stadtteil auch wandertechnisch und verlängerte den Klingenpfad um die besagte Differenz von 15 km.

Der Verlauf der Klingenpfads zur Zeit des Dritten Reichs ist mir im allerletzten Detail nicht ganz klar, es existieren bei Aufderhöhe teilweise zwei Streckenvarianten parallel zueinander. Mir liegen aber Karten und Wegbeschreibungen für den Klingenpfad für die Zeit vor und nach dem zweiten Weltkrieg vor. In einer Übersichtskarte von 1939 wird der damalige Verlauf detailiert dargestellt.

Übersichtskarte des Klingenpfads, 1939. Beilage des Stollfuss Wanderführer 4 "Bergisches Land", 6. Auflage 1939

Es fallen zwei große Abweichungen von 1939 zu dem heutigen Verlauf auf:

  • Zum einen fehlt natürlich die oben angesprochene Strecke um Burg an der Wupper. Vor der Eingemeindung Burgs ging es vom Wiesenkotten wieder den Hang hinauf zur Burger Landstraße, weiter am Hermann-Löns-Denkmal vorbei in das Bertramsmühler (Strohner) Bachtal und von dort hinauf nach Pfaffenberg. Bis in das 21. Jahrhundert hinein konnte man noch auf dieser Strecke einige alte Wanderzeichen vorfinden. Heute führt der Klingenpfad von dem Wiesenkotten im Tal der Wupper hoch zur Lehmkuhle, weiter in das Eschbachtal hinab und auf der anderen Seit bei Burgtal wieder hinauf und um Burg herum. Über Höhrath geht es, die Sengbachtalsperre (Solinger Talsperre) einschließend, hinab nach Glüder und über die Wupper nach Pfaffenberg hinauf.
  • Die zweite große Abweichung findet sich bei Aufderhöhe. Dieser Stadtbezirk wird in dem Verlauf von 1939 komplett ausgespart. Aus dem Weinsberger Bachtal bei Lache ging es über Kohlsberg und Brücke in das Heidbergtal (Nacker Bachtal), weiter über Strassen in das Viehbachtal und am Viehbach entlang zum Schloss Hackhausen. Heute führt der Klingenpfad aus dem Weinsberger Bachtal bei Lache entlang dem Weinsberger Bach hinab nach Wippe, an der Wupper weiter nach Haasenmühle, hinauf nach Landwehr und an der ICE Bahnstrecke entlang zum Schloss Hackhausen.

Wegbeschreibung von 1948

In einem Wanderbuch von 1948 von dem damaligen SGV Gau-Wegewart Fritz Arnhold wird der Verlauf des Klingenpfads ausführlich beschrieben:

Bergisches Wanderbuch, Herausgegeben 1948 von Fritz Arnhold, Sam. Lucas Verlag, Wuppertal-Elberfeld
Der Klingenpfad (Strb = Straßenbahn, Hwstr = Hauptwanderstrecke)'
'Wanderung rings um und durch das Solinger Gebiet
Das Gebiet der Klingenstadt Solingen weist eine besonders reichgegliederte landschaftliche Gestalt auf. Vom hochgelegenen Stadtkern aus erstrecken sich eine Anzahl Täler und Höhenzüge nach allen Richtungen. Im wesentlichen wird das Stadtgebiet bestimmt durch den Lauf der Wupper, die im Osten und Süden die Grenze bildet und damit rund die Hälfte der gesamten Stadtumgrenzung für sich in Anspruch nimmt. Die Höhenzüge erstrecken sich hier bis dicht an den Lauf der Wupper heran, um dann steil abfallend der Landschaft den wunderbaren Reiz des Bergischen zu Verleihen. Die z. T. recht scharf ausgeprägten und steiler abfallenden Täler tragen zu diesem charakteristischen Bilde einen wesentlichen Teil bei. Nach Westen und Südwesten flacht dagegen das Land ganz allmählich ab. Die Höhenzüge erstrecken sich kilometerweit ins arbeitsreiche Land, um am unteren Wupperlauf, insbesondere aber in der Ohligser und Hildener Heide ihren Auslauf in die Rheinebene zu finden. Zwischen ihnen laden liebliche Bachtäler und Talgründe zu lohnenden Spaziergängen ein. So ist das Gebiet der Solinger Klingenstadt infolge seiner landschaftlichen sehr reichen Gliederung für größere oder kleinere Ausflüge gut geeignet.Dem heimat- und naturverbundenen Wandersmann bietet nun Solingens Wanderweg, der Klingenpfad, eine reiche Fülle herrlichster Landschaftsbilder. Der weiße Ring mit dem S, das bekannte Wanderzeichen des Klingenpfads, ist Versprechen und Erfüllung zugleich für echte und wahre Wanderfreude in den waldreichen Wupperbergen, der Ohligser Heide und dem lieblichen Ittertal.
Auf einer Gesamtlänge von 58 Kilometern erstreckt sich der Klingenpfad für rund 24 Kilometer auf den Höhen und an den Hängen der Wupperberge. Beginnen wir un Wanderung in Gräfrath, wo wir gleich Gelegenheit haben den alten charakteristischen Marktplatz mit seiner einzigartigen schönen Umgebung zu bewundern und wenden uns zur Höhe am Gräfrather Wasserturm, so haben wir hier schon einen prächtigen weiten Blick ins Bergische Land. Vor uns das Wuppertal, darüber hinaus Cronenberg und weiter rechts, auf dem Berge thronend Remscheid und seine Umgebung. Ein feines, unvergeßliches Bild typischer bergischer Landschaft. Im weiteren langsamen Abstieg kommen wir über Flockertsholz hinaus zum Wupperhangweg nach Picardsaue und Kohlfurtherbrücke. Über Papiermühle, wo noch das alte Haus Johannes Soters steht, der hierher im Jahre 1537 von Köln aus seine Papierpresse verlegte, kommen wir zunächst wuppertalabwärts durch die Häusergruppe Grunenburg, um dann bald im schärferen Anstieg zur Höhe bei Schaberg zu gelangen. Hier genießen wir das eindrucksvolle Bild auf die Müngstener Brücke und das untere Wuppertal bis hin nach Schloß Burg. Am Bahnhof vorbei unterschreiten wir dann die Riesenbrücke und bleiben im angenehmen Wechsel des Ab- und Anstieges für fast eine Stunde im Gleichlauf mit der Hwstr 29 des SGV, wobei sich uns immer wieder die mannigfaltigsten Ausblicke in das wald- und schluchtenreiche Wupperland darbieten.
Bei Wiesenkottenn ersteigen wir erst wieder die Höhe. Aussicht auf Schloß Burg. Nach Überqueren der Landstraße betreten wir das feine stille Waldstück, wo das Hermann-Löns-Denkmal auf aussichtsreicher Blöße würdige Aufstellung fand. An ihm vorbei gehts bald steil abwärts ins Strohnerbachtal und gleich drüben noch steiler hinauf zur Höhe des Pfaffenberges. Hier oben bietet sich uns auf dem prächtigen Höhenpfade das schönste und wohl überwältigendste Bild des Klingenpfades. Insbesondere fesselt uns hier der weite Blick in das umliegende Wäldermeer und auch gerade derjenige ins Tal des Sengbaches mit der, in stillverträumter Landschaft ruhenden Talsperre der Klingenstadt. So wechselt das schöne Landschaftsbild immer wieder und erreicht noch einmal seinen Höhepunkt im nachfolgenden Abstieg von der "Kastelei" auf den alten Balkhauser Schleifkotten. Im weiteren Anstieg über Balkhausen kommen wir der schon längst beobachteten Burg Hohenscheid immer näher, ohne ihr jedoch einen Besuch abzustatten; wir wenden uns dem Freibad im Schellbergtal zu. Nach einem angenehmen Tagesmarsch von etwa 20 Kilometern ladet es uns zu erquickendem Bade ein. Die in der Nähe vorbeigeführte Strb bei Hästen vermittelt die Rückkehr zur Stadt.
Vom Freibad Schellbergtal kommen wir über Schellberg zur Höhe bei Vockert, wo Strb-Verbindung besteht. Immer wieder sind es die herrlichen Wupperlandschaften und die ständig wechselnden lieblichen Bilder der engeren und weiteren Umgebung, die das trunkene Auge entzücken. Wupperhof - Rüdendenkmal - Klippenberg - Wupperberg - Rüden sind nur einige wenige Namen der von der Höhe des Klingenpfades erschauten Orte. Im bunten Wechsel des An- und Abstieges nähern wir uns mehr und mehr den Ausläufern der von der Klingenstadt ausgehenden Bergrücken. Über Friedrichsaue (Friedrichstal lassen wir links liegen) und Lache kommen wir nach Kohlsberg, von wo wir den ersten weiten Blick in die Rheinebene und die Kölner Bucht tun, wo der Dom zu uns herübergrüßt und die hohen Schornsteine Leverkusens von emsiger Arbeit künden.
Im Heidbergtal gehts wieder leicht bergan, bald danach im Viehbachtale wieder abwärts, um nach Unterqueren der Eisenbahn in der Nähe von Schloß Hackhausen die Ohligser Heide zu erreichen. Nun leitet unser Wegezeichen über Krildersheide und Engelsbergerhof durch eine prächtige Heidelandschaft zum Freibad Heide und zum Haus Kovelenberg, in dessen nächster Nähe sich der besuchenswerte Ohligser Vogelpark befindet. Im nachfolgenden Teil besondere Obacht geben! Wir nähern uns dem Tale der Itter und damit dem letzten Teile des Klingenpfades. Leicht ansteigend kommen wir über die Ortschaft Kuckesberg durch eine feine Wald- und Feldlandschaft, überschreiten dann die Eisenbahn und kommen auf einem Waldweg zum Schloß Caspersbroich im Ittertal, dem wir einen lohnenden Besuch abstatten. Jetzt führt uns unser Pfad durch das reizende Ittertal langsam aufwärts, vorbei an der unter Naturschutz stehenden Königseiche, der Heidbergermühle, dem herrlich gelegenen Strandbad, dem Heimatgarten und Märchenwald vorbei dem Ausgangspunkt Gräfrath wieder zu.

Die alten Zugangswege des Klingenpfads

1939 scheint es laut Karte 19 Zugangs- und Verbindungswege gegeben zu haben. In dem Wanderbuch von Fritz Arnhold aus dem gleichem Jahr ist von vier Zugangswegen die Rede (einer davon ist auch auf dieser Karte zu finden), die alle mit dem Wegzeichen markiert gewesen sein sollen.

Auf der Karte sind folgende Zugangs- und Verbindungswege zu sehen. Die im Wanderbuch erwähnten vier Zugangswege sind mit einen * markiert, Z = Zugangsweg, V = Verbindungsweg:

  1. Z Schlagbaum — Kohlfurth*
  2. Z Schlagbaum — Papiermühle *
  3. Z Stöckerberg — Kohlfurth
  4. Z Klauberg — Papiermühle
  5. Z Klingenstraße — nördlich Papiermühle
  6. Z Krahenhöhe — Grunenburg
  7. Z Krahenhöhe — Klingenpfadgedenkstein
  8. Z Krahenhöhe — Petersmühle
  9. Z Hästen — Pfaffenberg
  10. Z Pfaffenberger Weg — Freibad Schellbergtal
  11. V Freibad Schellbergtal — Vockert
  12. Z Höhscheid — Lache
  13. V Kohlsberg — Schloss Hackhausen
  14. Z Höhscheid — Nöhrenhaus
  15. Z Heidtberg — Nacker Küllenberg
  16. Z Untengönrath — Schorberg
  17. Z Ohligs — Schloss Hackhausen
  18. Z Ohligs — Engelsberger Hof *
  19. Z Tiefendick — Wilzhaus
  20. Z Wald — Heidbeger Mühle *
  21. Z Wald — Märchenwald Ittertal
  22. Z Apfelbaum — Eschbach

Geologie des Klingenpfads

Freunde der Geologie wird es freuen, das es eine geologische Karte für den Klingenpfad gibt. So kann man die Spuren der Erdzeitalter am Wegesrand erkunden.

Etappen

Etappe 1: Solingen-Gräfrath — Solingen-Kohlfurth
6,3 km
 

Etappe 2: Solingen-Kohlfurth — Solingen-Unterburg
8,5 km
 

Etappe 3: Solingen-Unterburg — Solingen-Höhrath
8,1 km
 

Etappe 4: Solingen-Höhrath — Solingen-Glüder
9,0 km
 

Etappe 5: Solingen-Glüder — Solingen-Widdert
9,2 km
 

Etappe 6: Solingen-Widdert — Solingen-Aufderhöhe
8,0 km
 

Etappe 7: Solingen-Aufderhöhe — Engelsberger Hof
8,4 km
 

Etappe 8: Engelsberger Hof — Heidberger Mühle
7,2 km
 

Etappe 9: Heidberger Mühle — Solingen-Gräfrath
5,3 km
 

Wegverlauf

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